Von abgelegenen Bergdörfern zur gemeinsamen Region
Wer auf dem Arlberg Trail unterwegs ist, wandert scheinbar mühelos von St. Anton über Stuben und Zürs nach Lech. Was heute selbstverständlich erscheint, war über viele Jahrzehnte hinweg eine Vision.
Ende des 19. Jahrhunderts lagen die Bergdörfer am Arlberg zwar geografisch nah beieinander, waren jedoch durch die alpine Landschaft voneinander getrennt. Erst mit dem Bau des Arlberg-Eisenbahntunnels rückte die Region näher an Europa heran. Ab 1885 erreichten die ersten Gäste die Passregion und entdeckten eine Bergwelt, die schon bald Weltruf erlangen sollte.
Es dauerte nicht lange, bis sich die Geschichten über tief verschneite Hänge und die ersten Skiversuche über die Grenzen hinaus verbreiteten. Mit der Gründung des Ski-Club Arlberg im Jahr 1901 begann eine Entwicklung, die den Arlberg nachhaltig prägen sollte.
Die Wiege des alpinen Skilaufs
Viele Meilensteine des alpinen Skisports haben ihren Ursprung am Arlberg.
1904 fand hier das erste Skirennen der Alpen statt. Nur zwei Jahre später wurde der erste Skikurs organisiert. Mit Hannes Schneider entstand 1920/21 die erste Skischule Österreichs. Der Arlberg entwickelte sich zum Zentrum einer neuen Bewegung und wurde weltweit als „Wiege des alpinen Skilaufs“ bekannt.
Bis heute prägt dieser Pioniergeist die Region.
Eine Vision wächst zusammen
Mit dem Erfolg des Wintersports entwickelte sich auch die Infrastruktur am Arlberg stetig weiter. 1937 wurde in Zürs der erste Schlepplift Österreichs errichtet. Im selben Jahr nahm die Galzigbahn in St. Anton ihren Betrieb auf – die erste speziell für den Wintersport konzipierte Seilbahn Österreichs.
1970 wurde in Lech die technische Beschneiung entwickelt, eine Innovation, die den Wintersport weltweit verändern sollte.
Während sich der Arlberg zu einer der bedeutendsten Wintersportdestinationen der Alpen entwickelte, blieb ein gemeinsamer Wunsch über Jahrzehnte bestehen: Die fünf Arlbergorte sollten noch enger zusammenrücken.
Mit der Eröffnung der Flexenbahn wurde diese Vision schließlich Realität. Seit 2016 bildet Ski Arlberg das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs mit 305 Pistenkilometern und verbindet die Orte Lech, Zürs, Stuben, St. Christoph und St. Anton zu einem gemeinsamen Erlebnisraum.
Vom RUN of FAME zum Arlberg Trail
Wie eindrucksvoll diese Verbindung geworden ist, zeigt der RUN of FAME – die längste Skirunde der Alpen. Auf über 85 Kilometern erleben Wintersportler die gesamte Vielfalt des Arlbergs an einem einzigen Tag.
Doch echter Pioniergeist denkt weiter.
Mit dem Arlberg Trail erhielt die Region 2021 ihr erstes gemeinsames Sommerprodukt. Was im Winter längst zusammengewachsen war, wurde nun auch für Wanderer erlebbar.
Eine Runde, die verbindet
Der Arlberg Trail ist weit mehr als ein Weitwanderweg. Er erzählt die Geschichte einer Region, die über Generationen hinweg immer enger zusammengewachsen ist.
In drei Etappen verbindet der Trail die fünf Arlbergorte und führt durch die beeindruckende Bergwelt zwischen Tirol und Vorarlberg. Anders als viele klassische Weitwanderwege kombiniert er alpine Herausforderung mit außergewöhnlicher Flexibilität: Für jede Etappe stehen unterschiedliche Routenvarianten zur Verfügung, ergänzt durch Bergbahnen, komfortable Hotelübernachtungen und buchbare Packages.
Dabei folgt die Route bewusst keiner Linie von A nach B. Sie bildet eine Schleife.
Eine Runde, die verbindet.
Nicht nur Orte und Landschaften, sondern auch Menschen, Geschichten und die gemeinsame Identität des Arlbergs.
